Vanitas vanitatum - über Werden und Vergehen

2016/17 / work in progress / flat bed scan / Fine art print / wooden box / variable size

Flechten sind Systeme, die symbiotische Lebensgemeinschaften zwischen Pilz und Algen oder Bakterien bilden. Sie können mehrere hundert Jahre alt werden und extreme Standorte besiedeln, sind wurzellos und in der Lage, radioaktive Substanzen zu speichern, ohne selbst Schaden zu nehmen. Sie wachsen ausgesprochen langsam und manchmal können sie auch große
Subjekte mit ihren Fraktalen umhüllen.
Die Arbeiten sind als Wandinstallatation in mattschwarzen Holzboxen zu betrachten.

Ausgehend von den Schriften Aristoteles „Über Werden und Vergehen“ versuche ich, Fragen über Vergänglichkeit in organischen
Systemen, am Beispiel von Pflanzen, nachzugehen. Nach dem Vergehen des Individuums sucht das System durch Neuordnung wieder in ein Gleichgewicht zu kommen, dieser Vorgang wiederholt sich fortwährend.
Platon versteht die werdenden und vergehenden Dinge als Abbilder, die sich an ein Sein nur „anklammern“ (Timaios, 52c) – so gesehen unterstützt der schwarze Hintergrund die optische Modifikation und schafft Raum, in dem Vergängliches dauerhaft festgehalten ist. Die abgebildeten Objekte verlieren durch die Vereinzelung ihre ursprüngliche Bedeutung und Form. Das Eintauchen der Pflanzen in eine schwarze Leere hilft mit, die den Objekten innewohnende Endlichkeit und Verletzlichkeit zu erforschen.
Der vorliegende Zyklus ist in mehrere Werkgruppen unterteilt, die unter dem Titel „Vanitas vanitatum“ zusammengefasst sind. Ein Zitat aus dem Alten Testament, das soviel wie „Alles ist eitel“ bzw „Alles ist nichtig, vergänglich“ bedeutet.
Wie schon in früheren Arbeiten, geht es auch in dieser Werkgruppe im weiteren Sinn um Transformation, um eine Neudefinition
bekannter Objekte – deren Steigerung schließlich im Tod, als ultimativ-transformativen Prozess, mündet.


Vanitas vanitatum - On appearing and disappearing

2016/17 / work in progress / flat bed scan / Fine art print / wooden box / variable size

Starting from Aristotele’s work (“De generatione et corruption”) I aim to elaborate on questions of transiency in organic systems using the example of plants.
After one individual vanishes, the system tries to reestablish itself through reorganization, a process which repeats itself indefinitely.

Plato understands the appearing and disappearing things as images, which are merely attached to the ‘being’ (Timaios, 52c) – as such, the black background supports the optical metamorphosis), thus creating the space in which transiency can be captured permanently. Through singling (separation) of the components, the displayed objects lose their shape and meaning.
The presented cycle is divided into various groups of oeuvres, which are subsumed ‘Vanitas vanitatum’, a quote from the Old Testament signifying ‘all is vain’ or ‘all is void, volatile’.
As in earlier works this group of oeuvres continues exploring transformation. It aims at redefining known objects – the ultimate redefinition being death, the final transformative process.