danse macabre

2017 / work in progress / Grösze variabel

Die Arbeiten gehören im weiteren Sinne ebenfalls zum „Werden und Vergehen“ Zyklus und bestehen aus verwelkten Blumensträußen, die ich über einen Zeitraum von mehreren Tagen porträtiere. Die Blumen verändern im geschnittenen Zustand ihre Beschaffenheit, wachsen teilweise weiter oder trocknen völlig ein und erinnern optisch an alternde Menschen. Eine Veränderung, deren Bewegung und Form im Prozess des Vergehens an einen Totentanz erinnert.

„Bei Bruckmüllers detailgetreuen Blumenportäts handelt es sich ebenfalls um Natur im Zustand des bereits einsetzenden Verfalls. Der Todesbezug ist schon im Titel der von ihr gezeigten Installation und der beiden Einzelarbeiten gegeben: Danse macabre aus der fortlaufenden Serie Vanitas vanitatum – vom Werden und Vergehen – einem besonders im barocken Stillleben zur üppigen Hochblüte gebrachten Genre der Malerei innerhalb der westlichen Kunstgeschichte.
Bruckmüller stellt mittels Fotografie einen fast haptisch-sinnlichen Totentanz von Tulpen und Ranunkeln dar. Filmkadern ähnlich installiert sie die einzelnen Stadien vom Sterben vierer Tulpengewächse an die Galeriewand. Bemerkenswert die sympathische Art der Präsentation mit händisch gebogenem Blumendraht, der die 17 Prints, welche auf digital bearbeitete Direktscans zurückgehen, in labiler Distanz vor der Wand hält. Beachtenswert auch das samtige Schwarz der Fotoprints, das als Bildgrund die Pflanzen einerseits hoch plastisch hervortreten lässt, andererseits diese wie ein Flüssigkeit sanft umhüllt oder, wieder anders betrachtet, förmlich aufsaugt wie ein Grab.
„Das Eintauchen der Pflanzen in eine schwarze Leere hilft mit, die den Objekten innewohnende Endlichkeit und Verletzlichkeit zu erforschen“, sagt Bruckmüller, die für ihre Serien von nächtlich aufgenommenen Flechten und Blumen, darunter oft toxischer Flora, bekannt ist.
Das künstlerische Arbeiten in der Nacht ist ihr, wie vielen Müttern unter den Kunstschaffenden, eine Notwendigkeit. Bruckmüller macht die Nachtarbeit zum Teil ihres künstlerischen Konzepts.“
Maria Christine Holter